Bauzinsen steigen drastisch: Das müssen Käufer jetzt wissen

Bauzinsen steigen drastisch: Das müssen Käufer jetzt wissen

Bauzinsen steigen drastisch: Das müssen Käufer jetzt wissen

Warum steigen die Zinsen so plötzlich?

Wer in den letzten Monaten mit dem Gedanken gespielt hat, ein Eigenheim oder eine Kapitalanlage-Immobilie zu kaufen, hat es bereits gemerkt: Die Bauzinsen ziehen kräftig an! Noch vor wenigen Jahren konnte man eine Baufinanzierung mit unter 1 % Zinsen abschließen – heute liegen die Zinssätze oft bei über 3,5 % und könnten weiter steigen.

Doch was steckt hinter dieser Entwicklung? Und vor allem: Wie sollten Immobilienkäufer jetzt reagieren?
In diesem Artikel erfährst Du:

  •  Warum die Bauzinsen steigen und welche Faktoren dahinterstecken
  • Wie sich die höheren Zinsen auf Immobilienpreise auswirken
  • Welche Finanzierungsmöglichkeiten sich jetzt noch lohnen
  • Welche Strategien Käufer und Investoren verfolgen können

1. Warum steigen die Bauzinsen?

Die plötzliche Zinswende kommt nicht aus dem Nichts. Mehrere Faktoren treiben die Kosten für Baukredite in die Höhe:

Neue Schuldenpolitik der Regierung

Die geplanten Finanzpakete von Union und SPD sorgen für steigende Anleihezinsen. Die Bundesregierung nimmt hohe Schulden auf, was die Zinssätze für langfristige Kredite nach oben treibt. Da Baufinanzierungen in der Regel an langfristige Anleihen gekoppelt sind, steigen auch die Zinsen für Immobilienkredite.

Inflationssorgen und Notenbank-Strategie

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den letzten Jahren die Zinsen schrittweise erhöht, um die Inflation zu bekämpfen. Obwohl einige Zinssenkungen erwartet werden, bleibt die Unsicherheit hoch – Banken geben daher nur vorsichtig günstigere Kredite weiter.

Wie teuer ist eine Baufinanzierung heute?

Ein Vergleich zeigt, wie stark sich die Konditionen verändert haben:

Jahr Durchschnittlicher Bauzins (10 Jahre) Monatliche Rate für 300.000 € Kredit (2 % Tilgung)
2021 0,9 % 750 €
2023 3,4 % 1.375 €
2025 3,7 – 4,0 % (Prognose) 1.450 – 1.500 €

Fazit: Die monatliche Rate für den gleichen Kredit kann sich um fast 800 € verteuern – das macht den Immobilienkauf für viele schwieriger.


2. Wie wirken sich steigende Zinsen auf Immobilienpreise aus?

Steigende Zinsen bedeuten, dass viele Käufer sich keine hohen Darlehen mehr leisten können. Das hat verschiedene Auswirkungen:

  • Eigentum wird für viele unbezahlbar → Mehr Menschen bleiben Mieter.
  • Weniger Nachfrage nach Kaufimmobilien → Preisdruck auf Eigentumswohnungen und Häuser.
  • Mietmarkt wird noch angespannter → Steigende Mieten wahrscheinlich.

Beispiel: Immobilienpreise in verschiedenen Städten

Stadt Ø Preis pro m² (2023) Prognose 2025
München 9.500 € Stagnation bis leichter Rückgang (-3 %)
Berlin 6.200 € Stagnation bis +2 %
Leipzig 3.200 € Moderates Wachstum (+4 %)

Was bedeutet das für Dich?

  • In teuren Städten (München, Hamburg) könnte es bald mehr Verhandlungsspielraum geben.
  • In Wachstumsregionen (Leipzig, Dresden) sind weiterhin moderate Preisanstiege möglich.

3. Was bedeutet das für Käufer?

Wer jetzt eine Immobilie kaufen möchte, sollte seine Finanzierung clever aufstellen. Es gibt verschiedene Wege, den Zinsanstieg abzufedern:

Strategie 1: Mehr Eigenkapital einbringen

Da Banken höhere Zinssätze verlangen, reduziert ein höheres Eigenkapital die monatliche Rate und die Kreditkosten.
Beispiel:

  • Kredit für eine Eigentumswohnung: 400.000 €
  • Bei 20 % Eigenkapital (80.000 €): Zins: 3,5 %
  • Bei 30 % Eigenkapital (120.000 €): Zins: 3,2 % (ersparter Zins ca. 25.000 € über 10 Jahre)

Strategie 2: Längere Zinsbindung wählen

Da die Zinsen weiter steigen könnten, ist eine lange Zinsbindung sinnvoll.
Empfohlene Zinsbindungen für 2025:

  • 15 Jahre (statt 10) für Sicherheit
  • 20 Jahre, wenn langfristige Planung möglich

Strategie 3: KfW-Förderprogramme nutzen

Die KfW-Bank bietet staatlich geförderte Kredite mit besseren Konditionen.
Aktuelle KfW-Programme:

  • KfW 261 (Effizienzhaus-Kredit): Zinssätze ab 2,5 % für nachhaltige Neubauten
  • KfW 124 (Wohneigentumsprogramm): Bis zu 100.000 € Kredit mit vergünstigten Zinsen

4. Finanzierungsangebote im Vergleich: Was gibt es aktuell?

Top 3 Finanzierungsangebote (Stand März 2025):

Bank Zins (10 Jahre) Zins (15 Jahre) Sondertilgung
ING 3,69 % 3,89 % Ja (bis 5 %)
Commerzbank 3,75 % 3,95 % Ja (bis 10 %)
Interhyp (Makler) 3,65 % 3,85 % Ja (flexibel)

Fazit:

  • Wer flexibel bleiben möchte, sollte eine Sondertilgungsoption wählen.
  • Wer auf langfristige Sicherheit setzt, nimmt eine 15-jährige Zinsbindung.

5. Investieren in Immobilien-ETFs statt Direktkauf?

Für viele wird der direkte Immobilienkauf durch die hohen Zinsen unattraktiv. Alternativen sind Immobilien-ETFs und REITs, die an der Börse handelbar sind.

Empfohlene Immobilien-ETFs 2025:

ETF-Name WKN TER (Kosten) Anbieter
iShares European Property Yield A0HGV5 0,40 % BlackRock
Xtrackers FTSE EPRA/NAREIT A0MZ31 0,33 % DWS
Lyxor MSCI Europe Real Estate LYX0ZB 0,30 % Amundi

Vorteile von Immobilien-ETFs:

  • Kein Stress mit Mietern oder Instandhaltung
  • Höhere Flexibilität als Direktinvestments
  • Schon mit 100 € Sparplan möglich

6. Fazit: Wie sollten Käufer & Investoren jetzt handeln?

Kaufen oder warten?

  • Wer langfristig plant, sollte jetzt noch mit 15-jähriger Zinsbindung finanzieren.
  • Wer unsicher ist, kann Alternativen wie Immobilien-ETFs prüfen.

Strategien für Käufer & Investoren

  • Mehr Eigenkapital einbringen
  • Förderprogramme nutzen (KfW, Bafa)
  • Flexible Finanzierungsangebote vergleichen

Bonus: Checkliste für Immobilienkäufer (Download-PDF)

✅ Habe ich mind. 20 % Eigenkapital?
✅ Ist meine Finanzierung mit Sondertilgungen flexibel?
✅ Habe ich Alternativen geprüft (z.B. ETFs, REITs)?

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